Brauhausgasse 4/5

Historie (ganz knapp!)

Das lange Zeit getrennte Haus Brauhausgasse 4/5 ist seit Anfang der 1990er Einzeldenkmal. Im Kern ist es wohl gut 500 Jahre alt, gegen 1720 erfolgte eine größere Umgestaltung.

Herausragende Details sind die barocke Stuckdecke (um 1650) und das wahrscheinlich versetzte Sitznischenportel (um 1550). Bemerkenswert sind zudem die straßenseitigen Portale (Nr. 4 mit Bauinschrift 1733), das ebenfalls im Barock eingebaute Apothekergewölbe, die vielen spätbarocken Innentüren sowie die Treppenanlage (mit Brettbalustern).

Genutzt wurde das Grundstück lange als Ackerbürgerhof. Noch bis in das 19. Jh. gehörten zum Haus große Ländereien sowie Braurechte. Von dieser Nutzung zeugen bis heute etliche Nebengelasse sowie natürlich die große Hofeinfahrt. Zeitweilig diente die ehem. Nr. 5 als Apotheke (ca. 1660-1720). In der ehemaligen Nr. 5 befand sich seit Ende des 19. Jahrhunderts ein Ladengeschäft.

Zustand 2018 - 2021

Bei Gründung des Vereins wies vor allem der Dachbereich größere Schäden auf. Es fehlten nicht nur etliche Dach- und Firstziegel, sondern auch zwei Dachlukenfenster. Sparren und Balken wiesen an etlichen Stellen Altschäden auf, die zum Teil nur sehr mangelhaft repariert worden waren. Hinzu kamen Schäden, die seit den 1990ern entstanden sind, als das Haus zunehmend vernachlässigt wurde.

Besonders umfangreich war das Schadbild im nördlichen Dachteil (ehem. Nr. 5). Hier waren im hinteren Teil fast alle Sparren und Deckenbalken gebrochen oder stark von Pilzen befallen. Aber auch in der ehemaligen Nr. 4 fanden sich vereinzelt geschädigte Sparren.

Obwohl der eindringende Niederschlag an einigen Stellen bereits in das Obergeschoss einzudringen begann, ist die Substanz insgesamt gut erhalten. Probleme machten dafür die Schwellhözer der Innenwände des Erdgeschosses. Ihre fast komplette Schädigung führte zu einer teilweise Absenkung der Innenwände, was wiederum zur Überlastung und teilweise zum Bruch einzelner Deckenbalken bzw. eines Unterzuges führte.

In den ersten Jahren tätigte der Verein - obwohl noch nicht Eigentümer - diverse Sicherungsmaßnahmen. Diese konnte nur Dank der finanziellen Unterstützung der Saalesparkasse erfolgen, der wir zu besonderem Dank verpflichtet sind.

1. Bauabschnitt (12/2023-5/2024)

Der 1. Bauabschnitt umfasste die Sanierung des besonders gefährdeten hinteren Teiles des Daches der ehemaligen Nr. 5. Sparren, Fetten und Deckenbalken des seit vielen Jahren undichten Daches waren durch Pilz- und Insektenbefall so stark geschädigt, dass der hintere Teil des Dachstuhl zu unserem größten Bedauern fast komplett abgetragen werden musste.

Beim Wiederaufbau kam zwar auch Altholz zum Einsatz, der größte Teil musste jedoch komplett neu errichtet werden. Die Maßnahme kostete ca. 125.000,- € und wurde gefördert durch das Land Sachsen-Anhalt, die Wüstenrotstiftung, die Saalesparkasse und den Landkreis Saalekreis.

2. Bauabschnitt (11/2024-5/2025)

Im 2. Bauabschnitt (Anfang 2025) wurde ein großer Teil des restlichen Daches saniert. Hier konnte ein größerer Teil der originalen Substanz erhalten werden. Der 2. Bauabschnitt kostete ca. 115.000,-€ und wurde gefördert durch die Hermann Reemtsma Stiftung, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Stadt Wettin-Löbejün und den Landkreis Saalekreis.

 

Künftige Baumaßnahmen und Nutzung

Nach der Dachsanierung steht die Sanierung der Schwellen des Innenfachwerks an. Außerdem sind einzelne schadhafte Fachwerkständer des Obergeschosses zu ersetzen. Erst dann kann an eine Restaurierung der barocken Stuckdecke begonnen werden. Zeitgleich soll der Ausbau von Laden und Apothekergewölbe in Angriff genommen werden. Das weitere Untergeschoss (insbesondere die große Stube des südl. Hausteils) folgen. Ein Nutzungskonzept des Obergeschosses wird derzeit erarbeitet. Im Gespräch sind Satellitenbüros, Wohnraum bzw. eine Ferienwohnung.

Große Teile des Hauses und des Grundstückes sollen einer öffentlichen Nutzung zur Verfügung stehen. Das Untergeschoss soll für vielfältige gesellschaftliche und kulturelle Veranstaltungen vom Clubkonzert bis zum Seniorentreff genutzt werden. Auch wenn ein regelmäßiger Gaststättenbetrieb nicht vorgesehen ist, soll eine beschränkte private Nutzung möglich sein. Den hinteren Teil des Grundstückes nutzt der Verein für sein Projekt "Haus, Hof und Garten".

 

 

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